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Wärme aus der Leitung könnte zu teuer werden

Wärme aus der Leitung könnte zu teuer werden

Symposium über die Chancen und Probleme der Wärmewende
Seit 2024 müssen die Kommunen in Deutschland eine Wärmeplanung erarbeiten. Das stellt viele Städte und Gemeinden vor Probleme. Sie leiden unter fehlenden Ressourcen, um ein Wärmenetz und die Erzeugung der Fernwärme aus erneuerbaren Energieträgern zu planen und umzusetzen. Zudem sind die Investitionskosten hoch. Mit diesen Herausforderungen befasste sich das Symposium im Auditorium 2 am letzten Tag der InfraTech.

Die Kommunale Wärmeplanung ist 2024 bundesweit in Kraft getreten. Die Länder haben die Aufstellung einer Wärmeplanung als Pflichtaufgabe an die Kommunen delegiert. Dafür wurden die Kommunen auch mit Finanzmitteln ausgestattet, betonte Simon Knur, Kommunalexperte der Kommunal Agentur NRW in seinem Vortrag.

Inzwischen hat auch fast die Hälfte der Kommunen mit der Analyse und Planung begonnen. Allerdings sind die Probleme groß: Vielen, vor allem kleineren Gemeinden fehlt qualifiziertes Personal. Da tausende Städte und Gemeinden parallel eine Wärmeplanung aufstellen müssen, sind auch die externen Planungsbüros ausgebucht.

Doch auch die nächsten Schritte sind große Herausforderungen. So skizzierte Sebastian Fendler, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Phase8Consult, die Umsetzungshindernisse und Herausforderungen. Die liegen nicht nur im fehlenden Know-how in den Kommunen, sondern auch darin, woher die Energie für die Fernwärmeversorgung kommen soll.

Diesem Thema widmete der Strategiechef der Leipziger Stadtwerke, Hartwig Kalhöfer, seine Aufmerksamkeit. Die Investitionen in eine Erweiterung des Fernwärmenetzes in einer Großstadt seien sehr hoch. Dazu kämen die Kosten für die Erschließung neuer regenerativer Energiequellen zur Erzeugung der Fernwärme. Das werde zu so hohen Abgabepreisen führen, dass die Preise von den Kunden nicht mehr akzeptiert werden.

Kalhöfer nannte zur Untermauerung seiner These auch konkrete Preise. Aktuell zahlen die Kunden in Leipzig bei Fernwärme aus dem bestehenden Netz einen Preis von 18 Cent pro Kilowattstunde. Das ist knapp doppelt so hoch wie der Preis für Gaskunden. "Im Fall eines neuen Netzes in einer hoch verdichteten Stadt, verbunden mit der staatlichen Forderung, die Wärme aus Minimum 65 % erneuerbaren Energien zu erzeugen, wird der Preis stark nach oben gehen", so Kalhöfer. "Wir kennen die Preise zwar noch nicht genau, aber sie werden meilenweit von der Akzeptanz durch die Kunden entfernt sein." Bei einer Wärmeerzeugung aus Umluftwärmepumpen seien Kilowattpreise von bis zu 47 Cent denkbar, so der Energiemanager. "Das ist sehr teuer. Und das wird bei der Wärmeplanung völlig ausgeblendet."

Deshalb hält es Kalhöfer für eine bessere Strategie, die Fernwärme im ersten Schritt weiterhin aus Gas herzustellen und den Anteil erneuerbarer Energieträger nach und nach zu erhöhen. "Das würde in der Anfangsphase den Preisanstieg dämpfen", so Kalhöfer. Er hält es für "völlig unrealistisch, bis 2045 die gesamte Wärmeenergie wie geplant aus erneuerbaren Energien zu erzeugen. Wir werden Gas weiter brauchen." Deshalb glaubt der Energieexperte auch nicht daran, dass die Gasnetze abgeschaltet werden. "Die werden wir noch lange brauchen."






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